Geissbock "Fritz" auf Haremssuche
Der als vermisst gemeldete Geissbock «Fritz» und seine weibliche Begleiterin sind wieder daheim. Mitnichten hat sie jemand ge-klaut. Wie Fachleute wissen, erwachen im Juli und August beim Ziegenbock gewisse Triebe. Dem armen Fritz aus Strahlegg stand aber nur eine einzige Partnerin zur Verfügung, denn sein Harem weilte in höheren Lagen, in Rameidels.
Am Sonntag, während des Swiss Bike Masters –die grosse Strecke führte an seiner Weide in Strahlegg vorbei – sass ganz in der Nähe eine Holländerin und bimmelte mit ihrem Glöckchen. Natürlich in Erwartung ihres Partners. Fritz nun wird dies bekannt vor-gekommen sein, und schnurstracks machte er sich, seine Begleiterin auf den Fersen, auf die Suche nach mehr. Leider verpasste er die Abzweigung nach Rameidels und irrte tagelang im Gebiet Conterser Alp umher. Vielleicht wollte er auch mal in fremde Töpfe schauen, denn im Gebiet Fondei hielt sich eine andere Ziegenherde auf. Aber auch dort verpasste er die Abzweigung und zottelte talaus- statt taleinwärts. Auf der Höch Stelli, im Fideriser Tarnutz wurden beide von einem Bauern gesichtet und konnten von ihren glücklichen Besitzern abgeholt werden. Nun ist er in Rameidels, treibt seine 23 Haremsdamen über die Weide und erledigt die Arbeit die ihm zugedacht ist.

Marietta Kobald

Erschienen im P&H im August 2003